Fosi Audio P4: Der preiswerte Vorverstärker, der die High-End-Liga ins Schwitzen bringt

Der Fosi Audio P4 ist ein wah­rer Under­dog im Audio­land – ein unschein­ba­res Käst­chen für schma­le 120€, das sich mit den Gro­ßen anlegt und dabei ver­dammt gut weg­kommt. Wir haben uns den kom­pak­ten Pre­amp zur Brust genom­men und getes­tet, ob er unse­re audio­phi­len Ansprü­che erfül­len kann oder ob er nur ein wei­te­res Bud­get-Gerät mit lee­ren Ver­spre­chun­gen ist.

Nackte Fakten direkt auf den Tisch

Bevor wir in die Vol­len gehen: Ja, wir haben den P4 von Fosi Audio zum Tes­ten bekom­men. Aber kei­ne Sor­ge – wir sind nicht käuf­lich und sagen dir genau, was Sache ist. Du bekommst hier kei­ne Mar­ke­ting-Flos­keln, son­dern die unge­fil­ter­te Wahr­heit von Leu­ten, die selbst schon eini­ge Fosi-Gerä­te im Ein­satz haben und wis­sen, wovon sie reden.

Für unse­ren Test haben wir ein ziem­lich irres Set­up zusam­men­ge­stellt: Als Quel­len dien­ten der Ever­so­lo DMP-A6, der DMP-A6 Mas­ter Edi­ti­on, der WiiM Ultra und ein EAT Pre­lude Plat­ten­spie­ler mit Gra­ham Slee Gram Amp 2 SE Pho­no-Vor­ver­stär­ker. Als End­stu­fen muss­ten der Fosi Audio V3 Mono, der Ever­so­lo AMP-F2, IOTAVX AVXP1 und der Tran­sau­dio D5pro ran. Für den Sound sorg­ten die B&W 704 und Amphion Argon 3S Laut­spre­cher. Für den Kopf­hö­rer­test stan­den die Leh­mann Audio Line­ar und Line­ar II bereit, zusam­men mit dem Aude­ze LCD‑X und Bey­er­dy­na­mic DT 1990 Pro. Kurz: Wir haben alles auf­ge­fah­ren, was die Bude hergibt!

Design: Unscheinbar, aber solide af

Der Fosi Audio P4 kommt im typi­schen Fosi-Design: Schwar­zes Alu­mi­ni­um­ge­häu­se, kom­pakt und schlicht – defi­ni­tiv kein Eye-Cat­cher, aber auch kein häss­li­cher Kas­ten, der sich im Rack ver­ste­cken muss. Vor­ne gibt’s einen gro­ßen kup­fer­far­be­nen Laut­stär­ke­reg­ler, einen Ein/Aus-Schal­ter und eine klei­ne blaue LED. Kein Schnick­schnack, aber alles, was man braucht.

Die Ver­ar­bei­tung? Für 120 Tacken erstaun­lich gut! Das Teil fühlt sich nicht wie ein bil­li­ger Chi­na-Import an, son­dern wie rich­ti­ges Audio-Equip­ment. Der Laut­stär­ke­reg­ler dreht sich mit sat­tem Wider­stand – kei­ne wacke­li­ge Plas­tik­an­ge­le­gen­heit. Klar, gegen einen 500€-Preamp ver­liert er im Luxus-Fak­tor, aber hey – wir reden hier von einem 120€-Gerät!

Auf der Rück­sei­te erwar­ten dich meh­re­re Cinch-Ein­gän­ge und ein Cinch-Aus­gang. Alles sau­ber ver­ar­bei­tet und fest mon­tiert – hier wackelt nichts und fühlt sich wie Spiel­zeug an.

Technik: Klein, aber oho!

Unter der Hau­be arbei­tet eine cle­ve­re Schal­tung, die für einen neu­tra­len, aus­ge­wo­ge­nen Klang sorgt. Der Fosi Audio P4 wird von einem exter­nen 12V-Schalt­netz­teil ver­sorgt – und hier liegt auch gleich unser ers­ter Upgrade-Tipp: Tausch das mit­ge­lie­fer­te Netz­teil gegen ein linea­res (z.B. die­ses) aus, und der klei­ne Pre­amp macht einen Quan­ten­sprung nach vorne!

Die tech­ni­schen Daten lesen sich schon auf dem Papier ziem­lich impres­si­ve: Fre­quenz­gang von 10Hz bis 100kHz, Signal-Rausch-Ver­hält­nis von über 110dB und Ver­zer­run­gen unter 0,01%. Für ein Bud­get-Gerät sind das Wer­te, die selbst man­chen High-End-Kon­kur­ren­ten ins Schwit­zen bringen.

Anschlüsse: Back to Basics, aber alles da

Der Fosi Audio P4 bie­tet meh­re­re ver­gol­de­te Cinch-Ein­gän­ge für dei­ne Quell­ge­rä­te und einen Cinch-Aus­gang für die End­stu­fe. Klingt sim­pel? Ist es auch – aber manch­mal ist weni­ger mehr. Unse­re Emp­feh­lung: Inves­tie­re in ordent­li­che Kabel wie die Som­mer Cable Epi­lo­gue, und du holst noch­mal deut­lich mehr aus dem klei­nen Kist­chen raus.

Ein Sub­woo­fer-Aus­gang fehlt zwar, aber mit einem Y‑Adapter lässt sich das Pro­blem easy lösen. Für den durch­schnitt­li­chen Ste­reohö­rer ist alles an Bord, was man braucht – ohne unnö­ti­gen Schnick­schnack, der nur verwirrt.

Sound-Check: Wo der P4 abliefert

Hier wird’s span­nend! Der klei­ne P4 über­rascht mit einer Klang­qua­li­tät, die man für die­sen Preis nie­mals erwar­ten wür­de. Der Sound ist neu­tral, trans­pa­rent und lässt die Cha­rak­te­ris­tik dei­ner ange­schlos­se­nen Gerä­te unver­fälscht durch.

Beim Check von Whitechapel’s “Hymns in Dis­so­nan­ce” – unse­re aktu­el­le Vinyl-Lieb­lings­schei­be (hier gehts zum Review) – beweist der P4, dass er auch bru­ta­len Death­co­re mühe­los ver­ar­bei­ten kann. Die Dou­ble­bass-Angrif­fe knal­len mit sat­tem Druck, ohne je mat­schig zu wer­den, wäh­rend die Gitar­ren mit gna­den­lo­ser Prä­zi­si­on schnei­den. Phil Bozem­ans Growls klin­gen, als wür­de er direkt neben dir ste­hen und dir ins Ohr brül­len – genau so soll’s sein!

Bei unse­ren Ver­gleichs­tests mit den unter­schied­li­chen Laut­spre­chern zeigt sich, dass der P4 die jewei­li­gen Cha­rak­te­ris­ti­ka wun­der­bar durch­lässt: Die B&W 704 spie­len mit ihrer typi­schen Detail­ver­liebt­heit und dem leicht war­men B&W‑Sound, wäh­rend die Amphion Argon 3S ihre über­le­ge­ne Klar­heit und Authen­ti­zi­tät zei­gen – nicht umsonst wer­den Amphion-Spea­k­er von Pro­du­zen­ten wie Jens Bogren und Will Put­ney genutzt.

Der Fosi Audio P4 begrenzt die Qua­li­tät dei­nes Set­ups nicht – er lässt die Stär­ken (und lei­der auch Schwä­chen) dei­ner ande­ren Kom­po­nen­ten unver­fälscht durch­schei­nen. Für einen Vor­ver­stär­ker die­ser Preis­klas­se ist das alles ande­re als selbstverständlich.

Das ultimative Upgrade: Besseres Netzteil = Besserer Sound

Wie bereits ange­deu­tet: Das Stan­dard­netz­teil ist der limi­tie­ren­de Fak­tor des P4. Mit einem linea­ren Netz­teil gewinnt der Klang spür­bar an Ruhe, Prä­zi­si­on und räum­li­cher Tie­fe. Das Grund­rau­schen ver­schwin­det fast kom­plett, und plötz­lich kom­men Details durch, die vor­her im Rau­schen unter­ge­gan­gen sind.

Für 50–80€ bekommst du bereits ein linea­res Netz­teil, das eine hef­ti­ge Ver­bes­se­rung bringt. Wer mehr inves­tie­ren will, fin­det Optio­nen zwi­schen 100–200€, die das Klang­po­ten­zi­al des P4 kom­plett frei­set­zen. Bei einem Basis­preis von 120€ ist so ein Upgrade abso­lut sinn­voll – es bringt den klei­nen Pre­amp auf ein Level, das deut­lich teu­re­re Gerä­te ins Schwit­zen bringt. Wir hat­ten gera­de eines um die 100€ im Test.

David gegen Goliath: Wie schlägt sich der P4 gegen die Großen?

Im Ver­gleich zu Vor­ver­stär­kern aus der 300–500€-Liga fehlt dem Fosi Audio P4 etwas die letz­te Fein­zeich­nung und die abso­lu­te Prä­zi­si­on bei der räum­li­chen Abbil­dung. Auch die Kon­trol­le über den tiefs­ten Bass und die Auf­lö­sung im Hoch­ton­be­reich kön­nen mit den teu­re­ren Alter­na­ti­ven nicht ganz mithalten.

Aber – und das ist ein gro­ßes ABER – der P4 schlägt sich in die­sen Ver­glei­chen erstaun­lich gut! Mit dem Upgrade auf ein linea­res Netz­teil schrumpft der Abstand noch­mal deut­lich. Die Unter­schie­de sind eher gra­du­el­ler Natur und fal­len je nach Musik und Set­up mehr oder weni­ger stark ins Gewicht.

Hier eine Faust­re­gel: Wenn du zwi­schen einem 300€-Vorverstärker ohne Upgrades und einem P4 mit 150€-Netzteil wäh­len müss­test – nimm den P4 mit Upgrade. Du bekommst mehr fürs Geld und ein fle­xi­ble­res Set­up, das du spä­ter immer noch wei­ter aus­bau­en kannst.

Wer sollte zuschlagen?

Der Fosi Audio P4 ist die per­fek­te Wahl für:

  • Audio­phi­le mit begrenz­tem Bud­get, die trotz­dem guten Klang wollen
  • Ein­stei­ger in die High-End-Audio-Welt, die schritt­wei­se auf­rüs­ten möchten
  • Erfah­re­ne Hörer, die ein Zweit­sys­tem für Büro oder Arbeits­zim­mer aufbauen
  • Leu­te, die meh­re­re Quel­len an eine End­stu­fe anschlie­ßen wol­len, ohne auf Klang­qua­li­tät zu verzichten
  • Audio-Expe­ri­men­tier­freu­di­ge, die ger­ne mit Upgrades rumspielen

Fazit: Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis

Nach unse­rem inten­si­ven Test kön­nen wir den Fosi Audio P4 mit gutem Gewis­sen emp­feh­len. Für 120€ bekommst du einen soli­den, gut ver­ar­bei­te­ten Vor­ver­stär­ker mit über­ra­schend guter Klang­qua­li­tät und jeder Men­ge Upgrade-Potenzial.

Die Neu­tra­li­tät und Trans­pa­renz des P4 lässt die Cha­rak­te­ris­ti­ka dei­ner ande­ren Gerä­te unver­fälscht durch, und auch bei anspruchs­vol­len Tracks bleibt er sou­ve­rän und kon­trol­liert. Mit hoch­wer­ti­gen Kabeln und einem linea­ren Netz­teil kann der P4 sogar deut­lich teu­re­re Vor­ver­stär­ker in Bedräng­nis bringen.

Beson­ders cool: Der P4 har­mo­niert sowohl mit ein­fa­che­ren Laut­spre­chern wie den B&W 704 als auch mit anspruchs­vol­le­ren wie den Amphion Argon 3S und bringt deren jewei­li­ge Stär­ken voll zur Geltung.

Für Ein­stei­ger in die High-End-Audio-Welt oder für Audio­phi­le mit begrenz­tem Bud­get ist der Fosi Audio P4 der per­fek­te Start­punkt. Er bie­tet soli­den Klang ab Werk und lässt sich durch geziel­te Upgrades immer wei­ter ver­bes­sern. Falsch machen kannst du mit die­ser Inves­ti­ti­on defi­ni­tiv nichts!

* Die Wer­tung bezieht sich immer auf die jewei­li­ge Preisklasse.
Ver­ar­bei­tung
10
Klang
10
Preis
10
Unschlag­ba­res Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis unter 120€
Kom­pak­tes, robus­tes Aluminiumgehäuse
Neu­tra­ler, trans­pa­ren­ter Grundklang
Über­zeu­gen­de Klang­per­for­mance mit hoch­wer­ti­ge­ren Kabeln
Guter Aus­gangs­punkt für Ein­stieg ins HiFi-Hobby
Mit­ge­lie­fer­tes Schalt­netz­teil limi­tiert Klangpotenzial
Kei­ne Balan­ce-Rege­lung für Links/Rechts
Ein­fa­che LED ohne wei­te­re Statusanzeigen
Kei­ne Sub­woo­fer- oder Kopfhörerausgänge
Upgrade mit linea­rem Netz­teil ist für bes­te Ergeb­nis­se Pflicht
10
deca­yed sho­cker points
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