Shanling M5 Ultra mit Beyerdynamic DT 1990 Pro

Shanling M5 Ultra: Audio-Purismus für Metalheads und Klangfetischisten

Der Shan­ling M5 Ultra ist ein ech­ter Hin­gu­cker in der Welt der por­ta­blen Audio-Play­er — und ich hat­te die letz­ten Mona­ten das Ver­gnü­gen, ihn aus­gie­big zu tes­ten. Als jemand, der sich schon län­ger mit Audio-Gear beschäf­tigt und meist bru­ta­len Death­co­re aber auch Rock hört, war ich gespannt, ob die­ser puris­ti­sche Play­er mit sei­nem Preis von 540 Euro über­zeu­gen kann. Audio­phi­le Musik­lieb­ha­ber, die etwas mehr als nur Smart­phone-Klang suchen, soll­ten jetzt defi­ni­tiv weiterlesen!

Design & Build: Premium-Feel mit audiophilen Genen

Die ers­te Dis­zi­plin meis­tert der M5 Ultra mit Bra­vour: Mit sei­nem aggres­si­ve­ren, kan­ti­ge­ren Look mar­kiert er einen span­nen­den Design­wech­sel für Shan­ling. Das kom­plett aus Alu­mi­ni­um gefer­tig­te Gehäu­se liegt mit sei­nen Abmes­sun­gen von 120 x 75 x 19,5 mm und einem Gewicht von 247 Gramm ange­nehm schwer und wer­tig in der Hand — wie ein klei­ner, aber mas­si­ver Brick, der sich hoch­wer­tig anfühlt, ohne klo­big zu wirken.

Was mich beson­ders geflasht hat: Der Design-Stil erin­nert stark an den legen­dä­ren Astell&Kern AK240, vor allem mit dem optio­na­len schwa­ren Leder­ca­se. Für alle, die sich mit Audio-Gear aus­ken­nen: Der AK240 ist einer der sty­lischs­ten DAPs aller Zei­ten, und die­se Ähn­lich­keit ist defi­ni­tiv ein Kompliment!

Die Anschlüs­se befin­den sich oben am Gerät, wäh­rend die Wie­der­ga­be­tas­ten und das cha­rak­te­ris­ti­sche Laut­stär­ke­rad an der rech­ten Sei­te plat­ziert sind — ein klas­si­sches DAP-Lay­out, das Funk­tio­na­li­tät und Ästhe­tik per­fekt ver­bin­det. Das Laut­stär­ke­rad gibt dem Play­er einen authen­ti­schen Shan­ling-Touch, auch wenn es lei­der etwas wackelt, was bezüg­lich der Lang­le­big­keit ein klei­nes Fra­ge­zei­chen aufwirft.

Das optio­na­le Leder­ca­se für 29 Euro ist zwar ein Extra-Invest­ment, aber defi­ni­tiv sein Geld wert — es passt per­fekt zum Design des Play­ers und wer­tet ihn optisch noch ein­mal deut­lich auf. Scha­de nur, dass es nicht im Lie­fer­um­fang ent­hal­ten ist — bei einem 540-Euro-Play­er hät­te man das durch­aus erwar­ten können.

Technische Specs: Audiophiles Dreamteam unter der Haube

Im Her­zen des M5 Ultra steckt ein ech­tes audio­phi­les Power­house: Der Play­er nutzt den Flagg­schiff-DAC AK4499EX von AKM zusam­men mit dem AK4191 Modulator1. Wich­tig zu wis­sen: Es han­delt sich tat­säch­lich um den AK4499EX und NICHT um den AK4493SE, wie manch­mal fälsch­li­cher­wei­se berich­tet wird! Die Schal­tungs­de­sign basiert laut Shan­ling auf ihrem Flagg­schiff M9 Plus.

Für die Ver­stär­kung sorgt ein sym­me­tri­scher TPA6120A2-Ver­stär­ker, der beein­dru­cken­de 1,1 Watt an 32 Ohm lie­fert. Die­se Kom­bi­na­ti­on führt zu her­vor­ra­gen­den tech­ni­schen Daten: einen Rausch­ab­stand von 121 dB und eine Kanal­tren­nung von 75 dB. Der Play­er unter­stützt hoch­auf­lö­sen­de Audio­for­ma­te bis zu 32bit/768kHz PCM und nati­ves DSD512 — prak­tisch alles, was das audio­phi­le Herz begehrt.

Mit einem THD+N‑Wert (Gesamt­klirr­fak­tor plus Rau­schen) von nur 0,0009% lie­fert der M5 Ultra eine extrem sau­be­re Signal­ver­ar­bei­tung. Die Aus­gangs­im­pe­danz von 4 Ohm ist nied­rig genug, um auch mit impe­danz­kri­ti­schen In-Ear-Moni­to­ren pro­blem­los zusam­men­zu­ar­bei­ten — wich­tig für alle, die mit emp­find­li­chen IEMs unter­wegs sind!

Der 6000 mAh Akku lie­fert je nach Nut­zung 8–10 Stun­den Wie­der­ga­be­zeit. In mei­nen Tests kam ich bei mode­ra­ter Laut­stär­ke sogar auf etwas mehr — defi­ni­tiv genug für län­ge­re Rei­sen oder Arbeitstage.

Für den Kopf­hö­rer ste­hen eine 3,5mm unsy­m­e­tri­sche Klin­ke und 4,4mm sym­e­tri­scher Pen­t­a­con zur Ver­fü­gung. Und somit lässt sich per Adap­ter Kabel auf Cinch oder XLR auch auf End­stu­fen direkt oder via Vor­stu­fe, Musik auf der hei­mi­schen Anla­ge abspielen.

MTouch statt Android: Puristisches Betriebssystem für Klangpuristen

Im Gegen­satz zu vie­len moder­nen DAPs setzt der M5 Ultra NICHT auf Android, son­dern auf ein eige­nes, Linux-basier­tes Betriebs­sys­tem namens MTouch, das auf der Inge­nic X2000-Platt­form läuft. Die­se Ent­schei­dung für ein spe­zia­li­sier­tes, schlan­kes OS zielt klar auf Nut­zer ab, die kom­pro­miss­lo­se Klang­qua­li­tät ohne die Kom­ple­xi­tät eines voll­wer­ti­gen Android-Sys­tems suchen.

Die Benut­zer­ober­flä­che ist recht ange­nehm und nut­zer­freund­lich, erfor­dert aber eine gewis­se Ein­ge­wöh­nungs­zeit. Ein klei­ner Kri­tik­punkt ist das Feh­len einer dedi­zier­ten Zurück-Tas­te wie bei Android-Gerä­ten — man muss immer das Sym­bol oben links antip­pen, was manch­mal etwas umständ­lich ist. Auch das Scroll­ver­hal­ten, ins­be­son­de­re in lan­gen Lis­ten wie der Ord­ner­an­sicht, wirkt nicht ganz flüs­sig — nichts Welt­be­we­gen­des, aber defi­ni­tiv verbesserungswürdig.

Der 4,7‑Zoll-HD-Touchscreen (1280 x 720 Pixel) ist hell und reaktionsschnell1. Das Navi­gie­ren durch die Menüs ist dank gro­ßer, leicht antipp­ba­rer Icons im Haupt­me­nü unkom­pli­ziert. Die Sta­tus­leis­te kann nach unten gezo­gen wer­den, um auf ver­schie­de­ne Funk­tio­nen wie WLAN, Blue­tooth, Gain-Schal­ter, Ein­stel­lun­gen, PO/LO und Sound­ein­stel­lun­gen zuzugreifen.

In den Audio­ein­stel­lun­gen bie­tet der Play­er Chan­nel-Balan­ce, Gain-Ein­stel­lun­gen, maxi­ma­le und Stan­dard-Laut­stär­ke­ein­stel­lun­gen, Gap­less-Wie­der­ga­be, Ord­ner-Über­sprin­gen und ver­schie­de­ne Wie­der­ga­be­mo­di wie Shuff­le. Außer­dem gibt es DAC-Fil­ter­op­tio­nen und einen manu­el­len EQ mit Pre­sets für Sound­an­pas­sun­gen — alles, was das audio­phi­le Herz begehrt.

Wich­tig zu wis­sen: Der M5 Ultra unter­stützt nur Tidal als Strea­ming-Dienst, und selbst das ohne Off­line-Strea­ming-Mög­lich­keit. Für vie­le könn­te das ein Dealb­rea­k­er sein, aber es unter­streicht den puris­ti­schen Ansatz des Play­ers, der sich klar auf loka­le Musik­wie­der­ga­be konzentriert.

Konnektivität: Modern trotz Purismus

Obwohl der M5 Ultra einen puris­ti­schen Ansatz ver­folgt, bie­tet er zeit­ge­mä­ße Ver­bin­dungs­mög­lich­kei­ten. Der Play­er unter­stützt Blue­tooth 5.2 mit hoch­auf­lö­sen­den Codecs wie LDAC und aptX HD2. Die WLAN-Kon­nek­ti­vi­tät (2,4/5 GHz) ermög­licht die Nut­zung von DLNA und Air­Play zum Strea­men von einem NAS oder ande­ren Gerä­ten im Netzwerk.

In mei­nen Tests mit dem Smart­phone lief die Blue­tooth-Ver­bin­dung rei­bungs­los, ohne Ver­bin­dungs­pro­ble­me oder Ver­zö­ge­run­gen. Ich konn­te sogar Qobuz-Tracks online von mei­nem Han­dy strea­men, was tadel­los funk­tio­nier­te. Auch mit Roon arbei­tet der Play­er wohl zusam­men — man­gels Roon konn­te ich das aber lei­der nicht testen.

Ein coo­les Fea­ture ist Shan­lings “SyncLink”-Funktion, mit der man den DAP vom Smart­phone aus steu­ern kann. Dafür benö­tigt man die App “Eddict Play­er” — nach der Instal­la­ti­on öff­net man die Syn­cLink- und Blue­tooth-Funk­tio­nen auf dem DAP und ver­bin­det das Smart­phone via BT. Danach kann man die Wie­der­ga­be und die Laut­stär­ke vom Han­dy aus steu­ern — der M5 Ultra ver­wan­delt sich so in eine draht­lo­se Audio­quel­le. So habe ich den M5 benutzt, um unse­ren Gar­ten zu beschal­len und konn­te ihn bequem aus der Tasche mit dem Han­dy steuern.

Der viel­sei­ti­ge USB-C-Anschluss ermög­licht nicht nur das Laden, son­dern auch den Ein­satz als USB-DAC für Com­pu­ter oder Smart­phones — prak­tisch für alle, die den hoch­wer­ti­gen Klang des M5 Ultra auch am Schreib­tisch genie­ßen möchten.

Klangcharakter: Shanlings audiophile Haushandschrift

Der M5 Ultra lie­fert klas­si­schen Shan­ling-Haus­klang: musi­ka­lisch, warm und orga­nisch, was zu einem natür­li­chen Hör­erleb­nis führt. Die­se leicht ein­gän­gi­ge Prä­sen­ta­ti­on macht ihn zu einer viel­sei­ti­gen Wahl für ein brei­tes Spek­trum an Hörern. Mit sei­nem tie­fen schwar­zen Hin­ter­grund, dem leben­di­gen Mit­ten­be­reich und kon­trol­lier­ten Höhen ist er ide­al für Audio­phi­le, die einen ent­span­nen­den, aber detail­rei­chen Audio-Play­er suchen.

Bass: Warm, voll, mit Fokus auf Mid-Bass

Der M5 Ultra zeich­net sich durch einen war­men und voll­mun­di­gen Mid­bass aus. Die­se Wär­me setzt den Ton für die gesam­te Klang­si­gna­tur und berei­chert den Mit­ten­be­reich mit einem üppi­gen, orga­ni­schen Gefühl, ohne den Hörer mit über­mä­ßi­gem Sub­bass zu überwältigen.

Ich fin­de den Bass ins­ge­samt sehr genieß­bar, aber er könn­te noch etwas ver­fei­nert wer­den. Ein prä­zi­se­res Abklin­gen und eine straf­fe­re Kon­trol­le wür­den sei­ne tech­ni­sche Fines­se verbessern.

Als ich eini­ge Tracks von Kno­cked Loo­se (ja, ich ste­he auf bru­ta­len Metal!) durch den Play­er jag­te, war ich beein­druckt, wie gut er die kom­ple­xen Bass-Gitar­ren-Lini­en repro­du­zier­te, auch wenn bei den tiefs­ten Break­down-Pas­sa­gen etwas mehr Sub­bass-Prä­senz wün­schens­wert gewe­sen wäre.

Mitten: Das klare Highlight des Players

Der M5 Ultra glänzt im Mit­ten­be­reich und bie­tet einen Klang, der sowohl klar als auch warm ist. Instru­men­te und Gesang wer­den mit außer­ge­wöhn­li­cher Natür­lich­keit und Enga­ge­ment wie­der­ge­ge­ben. Die­ser Aspekt des M5 Ultra ist beson­ders beein­dru­ckend, mit sei­nem detail­lier­ten und trans­pa­ren­ten Klang, der bemer­kens­wer­te Instru­men­ten­klang­far­be und tona­le Genau­ig­keit zeigt.

Die Mit­ten­wie­der­ga­be zeich­net sich durch ihre ver­fei­ner­ten Details aus, wobei jede Note mit Prä­zi­si­on und Klar­heit gelie­fert wird. Dies ermög­licht eine nuan­cier­te und aus­drucks­star­ke Dar­stel­lung sowohl von Instru­men­ten als auch von Gesang.

Wäh­rend der M5 Ultra in der Mit­ten­klar­heit und ‑fül­le bril­liert, neigt sei­ne Prä­sen­ta­ti­on aller­dings dazu, etwas direkt und fokus­siert zu sein, was zu einer weni­ger geräu­mi­gen und expan­si­ven Klang­büh­ne füh­ren kann.

Höhen: Glatt, entspannt und dennoch detailliert

Die Höhen des M5 Ultra sind glatt und ent­spannt und bie­ten eine aus­ge­wo­ge­ne Mischung aus Hel­lig­keit und Klar­heit, ohne in schar­fes oder har­tes Ter­ri­to­ri­um abzu­drif­ten. Dies macht ihn ide­al für län­ge­res Hören und trägt zur ins­ge­samt musi­ka­li­schen und leicht genieß­ba­ren Klang­si­gna­tur des M5 Ultra bei.

Im Gegen­satz zu frü­he­ren Shan­ling-Model­len führt der M5 Ultra wohl ein etwas schär­fe­res Höhen­pro­fil ein, das Defi­ni­ti­on und Details ver­bes­sert. Selbst mit die­ser zusätz­li­chen Schär­fe ver­mei­det er erfolg­reich Ermü­dung oder Zischen und sorgt für ein kom­for­ta­bles und ange­neh­mes Hörerlebnis.

Obwohl die Höhen etwas mehr Aus­deh­nung ver­tra­gen könn­ten, ist ihre Arti­ku­la­ti­on robust und macht damit jeden Man­gel an Aus­deh­nung wett. Der M5 Ultra über­zeugt mit kla­ren, detail­lier­ten Höhen, mit guter Auf­lö­sung und Defi­ni­ti­on. Er har­mo­niert auch gut mit sehr hel­len Kopf­hö­rern und schafft ein har­mo­ni­sches Klangprofil.

Bei mei­nen Tests war ich posi­tiv über­rascht, wie gut der Play­er mit kom­ple­xen Gitar­ren­pas­sa­gen und Becken-Cra­s­hes umge­hen konn­te — kei­ne Här­te oder Zischen, selbst bei hoher Lautstärke.

Technische Performance: Mehr als nur Tonalität

Der M5 Ultra beein­druckt mit sei­ner Fähig­keit, einen pech­schwar­zen Hin­ter­grund zu schaf­fen, was die Klang­ab­tren­nung und Arti­ku­la­ti­on erheb­lich ver­bes­sert. Dies führt zu einer kla­ren, gut defi­nier­ten Wie­der­ga­be musi­ka­li­scher Ele­men­te. Obwohl die Klang­büh­ne nicht so expan­siv ist wie bei eini­gen Kon­kur­ren­ten, bie­tet sie den­noch ein zufrie­den­stel­len­des 3D-Ima­ging, auch wenn es noch Poten­zi­al für wei­te­re Ver­bes­se­run­gen gibt.

Was den M5 Ultra wirk­lich aus­zeich­net, ist sei­ne natür­li­che Klang­wie­der­ga­be. Anstatt Bass- oder Höhen­fre­quen­zen zu über­trei­ben, bie­tet er ein glat­tes und authen­ti­sches Audio­er­leb­nis, das die Musi­ka­li­tät berei­chert. Die­ser natür­li­che Cha­rak­ter, kom­bi­niert mit soli­der Auf­lö­sung, schafft ein aus­ge­wo­ge­nes und anspre­chen­des Klangprofil.

Der M5 Ultra pro­fi­tiert auch von einem sau­be­ren, rausch­frei­en Hin­ter­grund, der selbst die sub­tils­ten Details in Auf­nah­men zum Vor­schein bringt. Mit sei­ner aus­ge­zeich­ne­ten Instru­men­ten­tren­nung, natür­li­chen Klang­qua­li­tät und makel­lo­sen Hin­ter­grund hebt sich der M5 Ultra in sei­ner Kate­go­rie ab. Aller­dings gibt es noch Raum für Ver­bes­se­run­gen in Bezug auf die Layering-Performance.

Obwohl der M5 Ultra nicht ganz an das Laye­ring und die Bas­s­tie­fe von Flagg­schiff-Model­len her­an­reicht, bleibt er ein beein­dru­cken­der Kon­kur­rent. Er lie­fert aus­ge­zeich­ne­te Auf­lö­sung, Tren­nung, Detail und tona­le Genau­ig­keit und bie­tet einen erheb­li­chen Wert für sei­nen Preis.

Synergien & Kopfhörer-Paarungen: Vielseitiger Antreiber

Der M5 Ultra glänzt in Bezug auf Aus­gangs­leis­tung und Viel­sei­tig­keit. Er hand­habt eine brei­te Palet­te von Kopf­hö­rern, ein­schließ­lich Pla­nar-Model­len, mit beein­dru­cken­der Effi­zi­enz. Mit drei ver­füg­ba­ren Gain-Ein­stel­lun­gen unter­stützt der M5 Ultra effek­tiv sowohl IEMs als auch Voll­for­mat-Kopf­hö­rer. Für opti­ma­le Leis­tung kann die Paa­rung mit hel­len Kopf­hö­rern hel­fen, sei­nen natür­lich war­men und musi­ka­li­schen Klang auszugleichen.

Ich habe den Play­er mit ver­schie­de­nen Kopf­hö­rern getes­tet — von mei­nen Bey­er­dy­na­mic DT 1990 Pro, über den in der Tes­tung befind­li­chen Aude­ze LCD‑X bis hin zum Shan­ling ME600 IEM — und er hat mit allen her­vor­ra­gend har­mo­niert. Beson­ders beein­druckt hat mich, wie gut er selbst mit anspruchs­vol­len Pla­nar-Kopf­hö­rern zurecht­kam, die nor­ma­ler­wei­se einen kräf­ti­gen Desk­top-Amp benötigen.

Steamer-Ersatz

Auch kann man über einen Ersatz von einem Strea­mer nach­den­ken. Für Lieb­ha­ber von Off­line-Musik an sei­ner Anla­ge eig­net sich der M5 Ultra her­vor­ra­gend. Durch sei­ne Mög­lich­keit ihn per Han­dy-App fern zu steu­ern steht er defi­ni­tiv gut dar.

So könn­te man sich eine Mini­mal Anla­ge aus Aktiv-Laut­spre­chern und dem M5 Ultra zusam­men­stel­len. Man kann so einen tol­len Play­er nicht nur mobil son­dern auch in den hei­mi­schen vier Wän­den ein­set­zen. Wir haben den Play­er in der Tat mit den Fosi Audio V3 Mono’s gekop­pelt und so unse­ren Gar­ten mit den B&W AM1 beschallt. Dies hat sich als her­vor­ra­gen­de Kom­bo herausgestellt.

Auch für Gamer interessant

Stu­dio-Kopf­hö­rer und ‑Moni­to­re sind in der Gamer-Sze­ne schon län­ger ang­kom­men. Meist wer­den sie dann von einem Audio-Inter­face, wel­ches vor­han­den ist für Mikro­fo­ne, betrie­ben. Dies ist gar kei­ne schlech­te Idee! Aber: in unse­ren bis­he­ri­gen Tests, konn­ten die­se nicht mit hoch­wer­ti­ge­ren DACs kon­ku­rie­ren. Sind sie opti­mal für Spra­che, stel­len aber nicht unbe­dingt die Räum­lich­keit bei Spie­len dar.

Der M5 Ultra schlägt sich hier auch wie­der aus­ge­zeich­net. Treibt er nicht nur Kophö­rer mit Leich­tig­keit an, stellt er auch bei Gam­ing den Sound super da. Gera­de durch die mit­ten­las­ti­ge­re Abstim­mung hat er mehr Punch bei Spielen.

Sei­ne Mit­be­wer­ber von On-Board Sound-Chips lässt er eben­falls mit Leich­tig­keit lie­gen. Zwar haben Her­stel­ler erkannt, dass sie die­sen mehr Auf­merk­sam­keit zu teil kom­men las­sen müs­sen, aber hier hat die Audio-Bran­che immer noch weit die Nase vorn.

Warum der Player auch was für die iPhone-Generation ist

Leu­te. Ja, Spo­ti­fy und Strea­men ist gene­rell geil und ein­fach. Mache ich auch. Eben die Air­pods ins Ohr und los geht’s. Aber: Genuss muss auch sein und wer Musik genie­ßen möch­te, kann sich auch mal Zeit für die­se neh­men. Ich ken­ne noch Walk­man, Disk­man und MP3 Play­er. Und schlep­pe jetzt wie­der einen DAP mit mir rum, wenn ich ent­spannt Musik hören möch­te. Der M5 Ultra ist hand­lich und bedient sich wie ein Han­dy. Ist aber schwe­rer und wer­ti­ger in der Hand.

Die Sound­qua­li­tät ist immens bes­ser, als es das iPho­ne ohne Anbau­tei­le zu spie­len ver­mag und das auch ohne geschul­tes Ohr. Kon­zer­te und Fes­ti­vals sprie­ßen über­all, eben weil gute Musik geschätzt wird. Wer am nähs­ten an so ein Erleb­nis kom­men möch­te, soll­te ich ein­fach unver­bind­lich mal Los­sless Musik auf einem DAP geben.

Fazit: Audiophiler Purismus für Metalheads und Klangliebhaber

Der M5 Ultra ver­kör­pert den klas­si­schen kom­pak­ten Shan­ling-DAP mit sei­ner Klang­per­for­mance, die sich auf loka­le Musik­wie­der­ga­be kon­zen­triert. Die­se Ent­schei­dung ver­bes­sert die Hin­ter­grund­schwär­ze und ver­län­gert die Akku­lauf­zeit, schränkt jedoch die Funk­tio­na­li­tät und Navi­ga­ti­ons­op­tio­nen ein. Wobei man hier eigent­lich kaum Grund hat zu meckern, bei dem Ange­bot an Funktionen.

Der M5 Ultra beein­druckt mit sei­ner Ästhe­tik und Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät und bie­tet ein moder­nes Design und eine robus­te Kon­struk­ti­on. Sei­ne Klang­per­for­mance ist bemer­kens­wert in Bezug auf Klar­heit, Auf­lö­sung und Musi­ka­li­tät, was ihn zu einem star­ken Per­for­mer mit soli­der Ver­stär­kung macht.

Der Shan­ling M5 Ultra ist defi­ni­tiv ein Play­er für Puris­ten und audio­phi­le Enthu­si­as­ten, die sich auf loka­le Musik­wie­der­ga­be in höchs­ter Qua­li­tät kon­zen­trie­ren möch­ten. Mit sei­nem 540-Euro-Preis­schild ist er eine Inves­ti­ti­on, die sich für die­je­ni­gen lohnt, die die war­me, musi­ka­li­sche Klang­cha­rak­te­ris­tik von Shan­ling schät­zen und einen viel­sei­ti­gen, gut gebau­ten Play­er suchen, der mit fast allen Kopf­hö­rern her­vor­ra­gend harmoniert.

Falls euch die­ser Test gefal­len hat, schaut euch auch mei­ne ande­ren Reviews zu audio­phi­len Pro­duk­ten an — von Vinyl-Reviews für Metal­heads bis hin zu Desk­top-DACs für Gam­ing-Enthu­si­as­ten. Abge­hört haben wir den DAP mit vie­ler­lei Musik. Den­noch kom­men wir immer wie­der auf unse­re Refe­renz-Play­list bei Qobuz zurück.

Design
10
Ver­ar­bei­tung
9
Klang
9
Soft­ware
8
Guter Form­fak­tor und hand­li­ches Design
Hoch­wer­ti­ge Verarbeitungsqualität
Moder­nes, erfri­schen­des Design
Gute Akku­lauf­zeit
Dyna­mi­scher & defi­nie­ren­der Klang
Sau­be­rer Hin­ter­grund und gute Auflösung
Her­vor­ra­gen­de Mitteltondarstellung
Musi­ka­li­sche, nicht ermü­den­de Klangcharakteristik
Kein Case im Lieferumfang
Kein Strea­ming außer Tidal (und kein Offline-Streaming)
Das Laut­stär­ke­rad fühlt sich wacke­lig an
Bass könn­te ver­fei­nert werden
Das Laye­ring und die Sub­bass-Per­for­mance könn­ten bes­ser sein
UI benö­tigt etwas Eingewöhnungszeit
9
deca­yed sho­cker points
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